Dienstanweisung Allgemeinanästhesie

  • Verfahrensanweisung zur Ein- und Ausleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen:

    In unserem Haus entscheiden wir zwischen 2 grundlegenden Anästhesiearten, die beide zur Allgemeinanästhesie (=Vollnarkose) gehören.


    1. Balancierte Anästhesie

      Gabe von intravenösen und inhalativen Wirkstoffen. Intravenöse Narkoseeinleitung und inhalative Narkoseaufrechterhaltung.

      Vorteile: gute Steuerung der Anästhesietiefe, Verstärkte Muskelrelaxierung durch Inhalativa (und dadurch Sparen von i.v.-Muskelrelaxantien)

      Nachteile: höheres PONV-Risiko, möglicher Trigger eines malignen Hyperthermie

      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: 2vol% Isoflurane. Ausleitung: Abstellen von Isoflurane
    2. TIVA (=Totalintravenöse Anästhesie)

      Ausschließlich Gabe von intravenösen Wirkstoffen erst zum fixen, dann durch Perfusoren.

      Vorteile: geringeres PONV-Risiko (postoperative Nausea und Emesis (Übelkeit und Erbrechen)), einsetzbar bei bestätigter oder vermuteter maligner Hyperthermie (seltene, aber schwere Nebenwirkung von Inhalationsanästhetika)

      Nachteile: je nach Substanz ist die Anästhesietiefe nur eingschränkt steuerbar

      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: Perfusor mit Propofol 1,5ml/h, Sufentanil 1ml/h. Ausleitung: Abstellen von Perfusoren



      Hausinterner Standard:

      Bei jeden gesunden Patienten (ASA 1 + 2) wird ausschließlich eine Balancierte Anästhesie durchgeführt! Diese ist zum einen besser steuerbar, zum anderen wirtschaftlicher.Bei Patienten ab einer ASA 3 Kategorisierung und oder Notfallanästhesien und oder geplanter Verlegung auf die ITS nach OP kann über eine TIVA nachgedacht werden.



      Zur Sicherung muss jedem Patienten vor Narkosebeginn ein Peripherer Venenverweilkatheter (PVK) gelegt werden. Hier wird die größe rosa (20G) oder grün/weiß (18G) bevorzugt. Bei Hypovolämie kann auch ein grauer (16G) oder orange (14G) gelegt werden.



      Ablauf:

      - Präoxgenierung (10-15l O2 über Maske)

      - Narkoseeinleitung (intravenös oder inhalativ)

      - Maskenbeatmung

      - Sicherung des Atemwegs (z.B. über endotracheale Intubation)

      - Narkoseführung

      - Narkoseausleitung

      - Verlegung in den AWR, der Patient muss dort so lange bleiben, bis der eine suffiziente Spontanatmung hat und zumindest soporös ist

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!