Beiträge von P.Hansen

    Verfahrenseinweisung zum Umgang mit Medikamenten vor und während Narkosen:


    1. Gabe eines hochpotenten Opioids, z.B.
      - Sufentanil 0,5 - 2 µg / kgKG >> NW: Opioid-Husten bei sehr hohen Dosierungen, Atemstillstand
      - Remifentanil 1 µg / kgKG >> NW: Akute Bronchoobstruktion, Epidurale oder intrathekale Applikation
      - Fentanyl 5 µg/kgKG >> NW: Bekannte Unverträglichkeit, Atemdepression ohne Beatmungsmöglichkeit
      - Esketamin 0,125 - 0,25 mg/kgKG >> NW: Arterielle Hypertonie, Tachykardie, Atemdepression
    2. Gabe eines Injektionsanästhetikums, z.B
      - Propofol 1,5-2,5 mg/kgKG >> NW: Hypotonie!, Brady- / Tachykardie, Propofolinjektionssyndrom (>7d), Atemdepression
      - Etomidat 0,15 und 0,3 mg/KG >> NW:
      Arterielle Hypotonie, Bradykardie oder Tachykardie, Atemdepression
      - Midazolam 0,3-0,35 mg/kgKG >> NW: Atemdepression, Herz-Kreislaufstillstand, Anterograde Amnesie
    3. Gabe eines Muskelrelaxans (erst nach Eintreten tiefer Bewusstlosigkeit!), z.B.
      - Rocuronium 0,6 mg/kgKG >> NW: Bradykardie, Bronchospasmus, Hypotonie
      - Lysthenon 1-1,5 mg/kgKG >> NW: Maligne Hyperthermie, Hyperkaliämie, Bradykardie
      - Atracurium 0,5 mg /kgKG >> NW: Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmus

    !!!Merke: Die eben genannten Medikamente müssen in der Reihenfolge gegeben werden: hochpotentes Opioid, Injektionsanästhetikum, Muskelrelaxans!!!


    Bradykardie:

    - Atropin: 0,5-3,0mg titriert

    Hypotonie:

    - Akrinor 200/10mg fraktioniert i.v

    - Arterenol 0,014-0,28 µg/kgKG/h i.v.


    AWR:

    PONV: 62mg Vomex i.v / 8mg Ondansetron i.v

    Analgesie: Novalgin 1g + ggf. Piritramid 0,1-0,3 mg/kgKG i.v.



    gez.
    Chefarzt


    Dr. med. P.Hansen
    Facharzt Anästhesie und Intensivmedizin
    Zusatzbezeichnung spezielle Intensivmedizin, Notfallmedizin, Transfusionmedizin

    Explantationsbesuftragter, DEGUM II

    Verfahrensanweisung zur Ein- und Ausleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen:

    In unserem Haus entscheiden wir zwischen 2 grundlegenden Anästhesiearten, die beide zur Allgemeinanästhesie (=Vollnarkose) gehören.


    1. Balancierte Anästhesie
      Gabe von intravenösen und inhalativen Wirkstoffen. Intravenöse Narkoseeinleitung und inhalative Narkoseaufrechterhaltung.
      Vorteile: gute Steuerung der Anästhesietiefe, Verstärkte Muskelrelaxierung durch Inhalativa (und dadurch Sparen von i.v.-Muskelrelaxantien)
      Nachteile: höheres PONV-Risiko, möglicher Trigger eines malignen Hyperthermie
      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: 2vol% Isoflurane. Ausleitung: Abstellen von Isoflurane
    2. TIVA (=Totalintravenöse Anästhesie)
      Ausschließlich Gabe von intravenösen Wirkstoffen erst zum fixen, dann durch Perfusoren.
      Vorteile: geringeres PONV-Risiko (postoperative Nausea und Emesis (Übelkeit und Erbrechen)), einsetzbar bei bestätigter oder vermuteter maligner Hyperthermie (seltene, aber schwere Nebenwirkung von Inhalationsanästhetika)
      Nachteile: je nach Substanz ist die Anästhesietiefe nur eingschränkt steuerbar
      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: Perfusor mit Propofol 1,5ml/h, Sufentanil 1ml/h. Ausleitung: Abstellen von Perfusoren

      Hausinterner Standard:
      Bei jeden gesunden Patienten (ASA 1 + 2) wird ausschließlich eine Balancierte Anästhesie durchgeführt! Diese ist zum einen besser steuerbar, zum anderen wirtschaftlicher.Bei Patienten ab einer ASA 3 Kategorisierung und oder Notfallanästhesien und oder geplanter Verlegung auf die ITS nach OP kann über eine TIVA nachgedacht werden.
      Zur Sicherung muss jedem Patienten vor Narkosebeginn ein Peripherer Venenverweilkatheter (PVK) gelegt werden. Hier wird die größe rosa (20G) oder grün/weiß (18G) bevorzugt. Bei Hypovolämie kann auch ein grauer (16G) oder orange (14G) gelegt werden.

      Ablauf:
      - Präoxgenierung (10-15l O2 über Maske)
      - Narkoseeinleitung (intravenös oder inhalativ)
      - Maskenbeatmung
      - Sicherung des Atemwegs (z.B. über endotracheale Intubation)
      - Narkoseführung
      - Narkoseausleitung
      - Verlegung in den AWR, der Patient muss dort so lange bleiben, bis der eine suffiziente Spontanatmung hat und zumindest soporös ist


    gez.
    Chefarzt


    Dr. med. P.Hansen
    Facharzt Anästhesie und Intensivmedizin
    Zusatzbezeichnung spezielle Intensivmedizin, Notfallmedizin, Transfusionmedizin

    Explantationsbesuftragter, DEGUM II

    Verfahrensanweisung zur Präoperativen Risikoeinschätzung:


    Jeder Patient und jede Patientin, die eine operative Versorgung vor sich hat und eine Art der Narkose bekommen soll, muss von einem Anästhesisten untersucht werden und mit den jeweiligen Ergebnissen eine Präoperative Risikobeurteilung geschrieben werden.

    • Einlesen in die Patientenakte
    • Anamnese: Frage nach VE und VM, Schmerzen, Beschwerden
    • Labor: kl. Routine, BB, Gerinnung, Organparameter, Anämie, Blutgruppe, zstl. Krea, HST, Elyte, LDL, BGA (Bei VE ggf. mehr)
    • Körperliche Untersuchung: mindestens >> Auskultation Carotiden, Pulmo, Herztöne. Perkussion Pulmo (Klopfschall). Palpation des Abdomens (Abwehrspannung, Druckschmerz?). Pupillenkontrolle. Befundung des Rachenzustandes (Wichtig bei der Intubation). Rekap-Zeit-Kontrolle.
    • Falls nicht geschehen, sollte das Gewicht und die Größe ermittelt werden.

    Mit diesen ermittelten Informationen und Befundungen wird dann das Präoperative Risiko ermittelt und in die Anordnung geschrieben.




    gez.
    Chefarzt


    Dr. med. P.Hansen
    Facharzt Anästhesie und Intensivmedizin
    Zusatzbezeichnung spezielle Intensivmedizin, Notfallmedizin, Transfusionmedizin

    Explantationsbesuftragter, DEGUM II

    Dienstanweisung zur Behandlung von Intensivpflichtigen Patienten:


    Bei Behandlungen von Intensivpflichtigen Patienten muss ein Anästhesist Zusatzbehandler sein. Der Hauptbehandler bleibt der Arzt, aus der jeweiligen Fachabteilung.



    Jeden Tag:

    • Labor: kl_AN_LK / gr_AN_LK, 4x tgl art. BGA (Routineabnahme bei Observationspatienten)
    • Ober- oder Chefarztvisite
    • Bei Beatmungspatienten tgl Überprüfung der Beatmungsparameter

    Aufnahme:

    • Bei Aufnahme muss eine Notiz mit Aufnahmediagnose, Grund für Verlegung auf ITS und aktueller Zustand in der Patientenakte erfolgen.
    • Zstl zur schon bei Aufnahme erfolgten Untersuchung: Körperlich (Auskultation Carotiden, Cor, Pulmo, Abdomen, Perkussion, Palpation, Rekap, Pupillen) mit Doku!
    • Legen eines art. Zugangs, Großlumiger PVK, ZVK
    • Standartmonitoring: 6-Kanal-EKG, Pulsoxymetrie, IBP, ggf. PICCO o.ä.
    • Labor: gr_AN_LK + art. BGA




    gez.

    Chefarzt

    Priv. Doz. Dr. med. P.Hansen

    Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin

    Zusatzbezeichnung spezielle Intensivmedizin, Notfallmedizin, Transfusionmedizin

    Explantationsbesuftragter, DEGUM II

    Dienstanweisung zur Behandlung von Intensivpflichtigen Patienten:


    Bei Behandlungen von Intensivpflichtigen Patienten muss ein Anästhesist Zusatzbehandler sein. Der Hauptbehandler bleibt der Arzt, aus der jeweiligen Fachabteilung.



    Jeden Tag:

    • Labor: ANÄ_klein / ANÄ_groß, 4x tgl art. BGA (Routineabnahme bei Observationspatienten)
    • Ober- oder Chefarztvisite
    • Bei Beatmungspatienten tgl Überprüfung der Beatmungsparameter

    Aufnahme:

    • Bei Aufnahme muss eine Notiz mit Aufnahmediagnose, Grund für Verlegung auf ITS und aktueller Zustand in der Patientenakte erfolgen.
    • Zstl zur schon bei Aufnahme erfolgten Untersuchung: Körperlich (Auskultation Carotiden, Cor, Pulmo, Abdomen, Perkussion, Palpation, Rekap, Pupillen) mit Doku!
    • Legen eines art. Zugangs, Großlumiger PVK, ZVK
    • Standartmonitoring: 6-Kanal-EKG, Pulsoxymetrie, IBP, ggf. PICCO o.ä.
    • Labor: ANÄ_groß + art. BGA

    Zugehörigkeit verschiedener Fachabteilungen:


    Alle Ärzte, egal ob Assistenz-, Fach-, Ober-, oder Chefarzt haben in der Abteilung zu arbeiten, der sie angehören. Es sei denn, es ist mit der Klinikleitung anders abgesprochen, oder man bearbeitet ein Konsil.
    Eine Übernahme von Patienten anderer Fachabteilungen ist somit untersagt
    .

    Verfahren in Notfall- oder Akutsituationen: Bei vital instabilen Patienten, (=Schockraumindikation, Reanimation, Notfallintubation…) wo eine Atemwegsmanagement betrieben werden muss, oder andere Kreislaufunterstützende Systeme, wie Vasopressoren angebracht werden müssen, ist zwingend ein Anästhesist, oder, wenn dieser nicht greifbar ist, ein Fach-, Ober-, oder Chefarzt anwesend zu sein. Sollte ein Fach-, Ober-, oder Chefarzt einer anderen Fachabteilung als der Anästhesie eine Tätigkeit der Intensivmedizin übernehmen, ist ein Anästhesiologisches Konsil anzumelden. Eine Intubation durch Assistenzärzte darf nur Anwesenheit einer der eben genannten Gruppen durchgeführt werden.

    Bearbeiten von eigenen Anforderungen


    Um anderen Usern die Möglichkeit zu geben, diese Anzahl der Untersuchungen zu sammeln ist das Bearbeiten eigener Anforderungen nicht gern gesehen und führt dazu, #

    sortiert nach Dringlichkeit:

    Notfall >> Im Notfall dürfen auch eigene Anforderungen bearbeitet werden.

    Dringend >> Erst wenn sich zwei Tage lang Niemand anders gefunden hat, kann man seine eigene Anforderung bearbeiten.

    Elektiv >> Erst wenn sich drei Tage lang Niemand anders gefunden hat, kann man seine eigene Anforderung bearbeiten.



    Ausnahmen bestehen immer *

    Schockraum und Schockraummanagement

    zeitkritische bzw. Schockraum Patienten - i.d.R. Triage Rot

    Grundlagen Schockraummanagement

    1. Der Schockraum dient primär der Erstversorgung von kritischen Patienten. Der Schockraum wird durch die diensthabenden Ärzte besetzt, diese bilden im Rahmen eines Schockraumalarmes dann gemeinsam das Schockraumteam.
    2. Der Schockraumleader ist primär dafür zuständig, die Maßnahmen zu koordinieren. In der Regel wird dies durch einen Oberarzt (insofern nicht verfügbar ein Facharzt) der Anästhesiologie übernommen.
    3. Grundsätzlich ist ein Schockraum eine begrenzte Ressource, welche einen großen zeitlichen und organisatorischen Aufwand in Anspruch nimmt. Hier sollten nur vital kritische (lebensbedrohlich verletzte/kranke) Patienten behandelt werden.
    4. Basisschockraumteam für Traumaschockraum : 1 Unfallchirurig 1 Anästhesist & 1 Radiologe
    5. Basisschockraumteam für Innere Schockraum: 1 Internist 1 Anästhesist & ggf.1Radiologe

    Standardbehandlung von Patienten in der ZNA

    nicht-zeitkritische bzw. nicht-Schockraum Patienten -i.d.R. Triage Blau ,Grün, Gelb oder Orange

    Grunddokumentation / Aufnahme

    1. Beim Eintreffen des Patienten in der Notaufnahme (entweder selbst, durch Angehörige oder durch den Rettungsdienst) ist initial zur Triage der Grund des Krankenhausbesuches zu erfragen
    2. Der Grund ist möglichst kompakt (i.d.R. 1-2 Wörter) zu vermerken und die KV-Karte einzulesen
    3. Der Patient ist zustandsabhängig in einen Untersuchungsraum oder ins Wartezimmer zu verbringen
    4. Sobald der zuständige Arzt eintrifft, trägt sich dieser in der Patientenakte ein und verlegt spätestens nun den Patienten in einen Untersuchungsraum

    (Erst-)Untersuchung und Diagnostik

    1. Anamnese und körperliche Untersuchung durchführen
      1. Anamnese
        1. Aufnahmeart (ist der Patient durch den Rettungsdienst eingeliefert worden, hat sich der Patient selbst vorgestellt, etc.?)
        2. Ereignis (was genau hat zu dem aktuellen Zustand geführt?)
        3. Schmerzen (Bestimmung nach NRS 0-10)
        4. Beschwerden (Atemnot, Übelkeit/Erbrechen oder Schwindel?)
        5. Vorerkrankungen
        6. ggf. Vormedikation
      2. Körperliche Untersuchung
        1. Einschätzung Bewusstseinszustand (wach, somnolent, sopor, komatös? Ansprechbar? Zeitlich/örtlich/situativ/etc. orientiert?)
        2. Dokumentation aller gemessenen Vitalzeichen (RR, HF, SpO2, BZ, Temperatur,Gewicht und Körpergröße)
        3. Abhören und Abklopfen des Brustkorbs (VAG? Pathologischer KS oder sonstige Auffälligkeiten?)
        4. Beurteilung der Pupillen (mittelweit, groß, verkleinert? Rund, isikor und prompt?)
        5. ggf. Dokumentation von Wunden oder Instabilitäten/Auffälligkeiten am Skelett
    2. Venenverweilkanüle legen (i.d.R. Rosa oder grün, größere bei Bedarf.)
    3. Aufnahmelabor durchführen (Schnellwahl: "Aufnahmestandard")
      1. Bei dem Verdacht einer C2 (Alkohol) Intoxikation ist ebenfalls der Laborwert "Ethanol" (Alkohol im Blut) zu bestimmen
      2. Bei dem Verdacht einer Blutzuckerentgleisung ist ebenfalls der Laborwert "HbaA1c" (Langzeit-Blutzucker) zu bestimmen
      3. Bei dem Verdacht einer Infektion (jeglicher Art) sollten immer die Laborwerte "CRP" und "Leukozyten" bestimmt werden (diese sind aber im Aufnahmestandard vorgegeben)
    4. Ein EKG sollte über "PRINT" ausgedruckt und befundet werden
    5. Benötigte Untersuchungen (bspw. Röntgen, LuFu, etc.) sollten angefordert werden
    6. Die fortgehende Messung der Vitalparameter sollte angeordnet werden
    7. Verdachts-, Ausschluss und bestätigte Diagnosen sollten gestellt und dokumentiert werden
    8. ggf. sollten Vorerkrankungen dokumentiert werden (diese sind als "Dauerdiagnose" zu dokumentieren)
    9. ggf. sollte Vormedikation dokumentiert werden (diese sind als "Dauermedikation" zu dokumentieren)
    10. Erste therapeutische Schritte sollten eingeleitet werden (bspw. Beginn einer Antibiose, Verabreichung einer VEL, etc.)
    11. Sollte der Patient ambulant betreut werden: So ist ein Ambulanzbericht anzufertigen und der Patient in einem vital stabilen und vertretbaren Zustand zu entlassen

    Vorbereitung zur stat. Aufnahme

    Dies gilt nur für Patienten, welche nicht ambulant behandelt werden können und stationär aufgenommen werden müssen!

    1. Der mikrobiologische Aufnahmestandard (Staphylococcus aureus (MRSA) - Kultur) sollte abgenommen werden
    2. Es ist ein Aufnahmebericht zu verfassen, um eine möglichst reibungslose Übernahme durch den Stationsarzt zu gewährleisten

    Abschluss

    1. Der Untersuchungsraum ist grundreinigen zu lassen und kann nach Beendigung der Reinigung erneut belegt werden.

    Verfahrenseinweisung zum Umgang mit Medikamenten vor und während Narkosen:


    1. Gabe eines hochpotenten Opioids, z.B.

      - Sufentanil 0,5 - 2 µg / kgKG >> NW: Opioid-Husten bei sehr hohen Dosierungen, Atemstillstand

      - Remifentanil 1 µg / kgKG >> NW: Akute Bronchoobstruktion, Epidurale oder intrathekale Applikation

      - Fentanyl 5 µg/kgKG >> NW: Bekannte Unverträglichkeit, Atemdepression ohne Beatmungsmöglichkeit

      - Esketamin 0,125 - 0,25 mg/kgKG >> NW: Arterielle Hypertonie, Tachykardie, Atemdepression
    2. Gabe eines Injektionsanästhetikums, z.B

      - Propofol 1,5-2,5 mg/kgKG >> NW: Hypotonie!, Brady- / Tachykardie, Propofolinjektionssyndrom (>7d), Atemdepression

      - Etomidat 0,15 und 0,3 mg/KG >> NW:
      Arterielle Hypotonie, Bradykardie oder Tachykardie, Atemdepression

      - Midazolam 0,3-0,35 mg/kgKG >> NW: Atemdepression, Herz-Kreislaufstillstand, Anterograde Amnesie
    3. Gabe eines Muskelrelaxans (erst nach Eintreten tiefer Bewusstlosigkeit!), z.B.

      - Rocuronium 0,6 mg/kgKG >> NW: Bradykardie, Bronchospasmus, Hypotonie

      - Lysthenon 1-1,5 mg/kgKG >> NW: Maligne Hyperthermie, Hyperkaliämie, Bradykardie

      - Atracurium 0,5 mg /kgKG >> NW: Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmus

    !!!Merke: Die eben genannten Medikamente müssen in der Reihenfolge gegeben werden: hochpotentes Opioid, Injektionsanästhetikum, Muskelrelaxans!!!


    Bradykardie:

    - Atropin: 0,5-3,0mg titriert

    Hypotonie:

    - Akrinor 200/10mg fraktioniert i.v

    - Arterenol 0,014-0,28 µg/kgKG/h i.v.


    AWR:

    PONV: 62mg Vomex i.v / 8mg Ondansetron i.v

    Analgesie: Novalgin 1g + ggf. Piritramid 0,1-0,3 mg/kgKG i.v.

    Verfahrensanweisung zur Ein- und Ausleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen:

    In unserem Haus entscheiden wir zwischen 2 grundlegenden Anästhesiearten, die beide zur Allgemeinanästhesie (=Vollnarkose) gehören.


    1. Balancierte Anästhesie

      Gabe von intravenösen und inhalativen Wirkstoffen. Intravenöse Narkoseeinleitung und inhalative Narkoseaufrechterhaltung.

      Vorteile: gute Steuerung der Anästhesietiefe, Verstärkte Muskelrelaxierung durch Inhalativa (und dadurch Sparen von i.v.-Muskelrelaxantien)

      Nachteile: höheres PONV-Risiko, möglicher Trigger eines malignen Hyperthermie

      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: 2vol% Isoflurane. Ausleitung: Abstellen von Isoflurane
    2. TIVA (=Totalintravenöse Anästhesie)

      Ausschließlich Gabe von intravenösen Wirkstoffen erst zum fixen, dann durch Perfusoren.

      Vorteile: geringeres PONV-Risiko (postoperative Nausea und Emesis (Übelkeit und Erbrechen)), einsetzbar bei bestätigter oder vermuteter maligner Hyperthermie (seltene, aber schwere Nebenwirkung von Inhalationsanästhetika)

      Nachteile: je nach Substanz ist die Anästhesietiefe nur eingschränkt steuerbar

      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: Perfusor mit Propofol 1,5ml/h, Sufentanil 1ml/h. Ausleitung: Abstellen von Perfusoren



      Hausinterner Standard:

      Bei jeden gesunden Patienten (ASA 1 + 2) wird ausschließlich eine Balancierte Anästhesie durchgeführt! Diese ist zum einen besser steuerbar, zum anderen wirtschaftlicher.Bei Patienten ab einer ASA 3 Kategorisierung und oder Notfallanästhesien und oder geplanter Verlegung auf die ITS nach OP kann über eine TIVA nachgedacht werden.



      Zur Sicherung muss jedem Patienten vor Narkosebeginn ein Peripherer Venenverweilkatheter (PVK) gelegt werden. Hier wird die größe rosa (20G) oder grün/weiß (18G) bevorzugt. Bei Hypovolämie kann auch ein grauer (16G) oder orange (14G) gelegt werden.



      Ablauf:

      - Präoxgenierung (10-15l O2 über Maske)

      - Narkoseeinleitung (intravenös oder inhalativ)

      - Maskenbeatmung

      - Sicherung des Atemwegs (z.B. über endotracheale Intubation)

      - Narkoseführung

      - Narkoseausleitung

      - Verlegung in den AWR, der Patient muss dort so lange bleiben, bis der eine suffiziente Spontanatmung hat und zumindest soporös ist

    Verfahrensanweisung zur Präoperativen Risikoeinschätzung:


    Jeder Patient und jede Patientin, die eine operative Versorgung vor sich hat und eine Art der Narkose bekommen soll, muss von einem Anästhesisten untersucht werden und mit den jeweiligen Ergebnissen eine Präoperative Risikobeurteilung geschrieben werden.

    • Einlesen in die Patientenakte
    • Anamnese: Frage nach VE und VM, Schmerzen, Beschwerden
    • Labor: kl. Routine, BB, Gerinnung, Organparameter, Anämie, Blutgruppe, zstl. Krea, HST, Elyte, LDL, BGA (Bei VE ggf. mehr)
    • Körperliche Untersuchung: mindestens >> Auskultation Carotiden, Pulmo, Herztöne. Perkussion Pulmo (Klopfschall). Palpation des Abdomens (Abwehrspannung, Druckschmerz?). Pupillenkontrolle. Befundung des Rachenzustandes (Wichtig bei der Intubation). Rekap-Zeit-Kontrolle.
    • Falls nicht geschehen, sollte das Gewicht und die Größe ermittelt werden.

    Mit diesen ermittelten Informationen und Befundungen wird dann das Präoperative Risiko ermittelt und in die Anordnung geschrieben.

    Verfahrenseinweisung zum Umgang mit Medikamenten vor und während Narkosen:


    1. Gabe eines hochpotenten Opioids, z.B.
      - Sufentanil 0,5 - 2 µg / kgKG >> NW: Opioid-Husten bei sehr hohen Dosierungen, Atemstillstand
      - Remifentanil 1 µg / kgKG >> NW: Akute Bronchoobstruktion, Epidurale oder intrathekale Applikation
      - Fentanyl 5 µg/kgKG >> NW: Bekannte Unverträglichkeit, Atemdepression ohne Beatmungsmöglichkeit
      - Esketamin 0,125 - 0,25 mg/kgKG >> NW: Arterielle Hypertonie, Tachykardie, Atemdepression
    2. Gabe eines Injektionsanästhetikums, z.B
      - Propofol 1,5-2,5 mg/kgKG >> NW: Hypotonie!, Brady- / Tachykardie, Propofolinjektionssyndrom (>7d), Atemdepression
      - Etomidat 0,15 und 0,3 mg/KG >> NW:
      Arterielle Hypotonie, Bradykardie oder Tachykardie, Atemdepression
      - Midazolam 0,3-0,35 mg/kgKG >> NW: Atemdepression, Herz-Kreislaufstillstand, Anterograde Amnesie
    3. Gabe eines Muskelrelaxans (erst nach Eintreten tiefer Bewusstlosigkeit!), z.B.
      - Rocuronium 0,6 mg/kgKG >> NW: Bradykardie, Bronchospasmus, Hypotonie
      - Lysthenon 1-1,5 mg/kgKG >> NW: Maligne Hyperthermie, Hyperkaliämie, Bradykardie
      - Atracurium 0,5 mg /kgKG >> NW: Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmus

    !!!Merke: Die eben genannten Medikamente müssen in der Reihenfolge gegeben werden: hochpotentes Opioid, Injektionsanästhetikum, Muskelrelaxans!!!


    Bradykardie:

    - Atropin: 0,5-3,0mg titriert

    Hypotonie:

    - Akrinor 200/10mg fraktioniert i.v

    - Arterenol 0,014-0,28 µg/kgKG/h i.v.


    AWR:

    PONV: 62mg Vomex i.v / 8mg Ondansetron i.v

    Analgesie: Novalgin 1g + ggf. Piritramid 0,1-0,3 mg/kgKG i.v.




    Verfahrensanweisung zur Ein- und Ausleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen:

    In unserem Haus entscheiden wir zwischen 2 grundlegenden Anästhesiearten, die beide zur Allgemeinanästhesie (=Vollnarkose) gehören.


    1. Balancierte Anästhesie
      Gabe von intravenösen und inhalativen Wirkstoffen. Intravenöse Narkoseeinleitung und inhalative Narkoseaufrechterhaltung.
      Vorteile: gute Steuerung der Anästhesietiefe, Verstärkte Muskelrelaxierung durch Inhalativa (und dadurch Sparen von i.v.-Muskelrelaxantien)
      Nachteile: höheres PONV-Risiko, möglicher Trigger eines malignen Hyperthermie
      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: 2vol% Isoflurane. Ausleitung: Abstellen von Isoflurane
    2. TIVA (=Totalintravenöse Anästhesie)
      Ausschließlich Gabe von intravenösen Wirkstoffen erst zum fixen, dann durch Perfusoren.
      Vorteile: geringeres PONV-Risiko (postoperative Nausea und Emesis (Übelkeit und Erbrechen)), einsetzbar bei bestätigter oder vermuteter maligner Hyperthermie (seltene, aber schwere Nebenwirkung von Inhalationsanästhetika)
      Nachteile: je nach Substanz ist die Anästhesietiefe nur eingschränkt steuerbar
      Beispiel: Einleitung: 150mg Propofol, 100ug Sufentanil, 50mg Rocuronium. Aufrechterhaltung: Perfusor mit Propofol 1,5ml/h, Sufentanil 1ml/h. Ausleitung: Abstellen von Perfusoren

      Hausinterner Standard:
      Bei jeden gesunden Patienten (ASA 1 + 2) wird ausschließlich eine Balancierte Anästhesie durchgeführt! Diese ist zum einen besser steuerbar, zum anderen wirtschaftlicher.Bei Patienten ab einer ASA 3 Kategorisierung und oder Notfallanästhesien und oder geplanter Verlegung auf die ITS nach OP kann über eine TIVA nachgedacht werden.

      Zur Sicherung muss jedem Patienten vor Narkosebeginn ein Peripherer Venenverweilkatheter (PVK) gelegt werden. Hier wird die größe rosa (20G) oder grün/weiß (18G) bevorzugt. Bei Hypovolämie kann auch ein grauer (16G) oder orange (14G) gelegt werden.

      Ablauf:
      - Präoxgenierung (10-15l O2 über Maske)
      - Narkoseeinleitung (intravenös oder inhalativ)
      - Maskenbeatmung
      - Sicherung des Atemwegs (z.B. über endotracheale Intubation)
      - Narkoseführung
      - Narkoseausleitung
      - Verlegung in den AWR, der Patient muss dort so lange bleiben, bis der eine suffiziente Spontanatmung hat und zumindest soporös ist

    Verfahrensanweisung zur Präoperativen Risikoeinschätzung:

    Jeder Patient und jede Patientin, die eine operative Versorgung vor sich hat und eine Art der Narkose bekommen soll, muss von einem Anästhesisten untersucht werden und mit den jeweiligen Ergebnissen eine Präoperative Risikobeurteilung geschrieben werden.

    • Einlesen in die Patientenakte
    • Anamnese: Frage nach VE und VM, Schmerzen, Beschwerden
    • Labor: kl. Routine, BB, Gerinnung, Organparameter, Anämie, Blutgruppe, zstl. Krea, HST, Elyte, LDL, BGA (Bei VE ggf. mehr)
    • Körperliche Untersuchung: mindestens >> Auskultation Carotiden, Pulmo, Herztöne. Perkussion Pulmo (Klopfschall). Palpation des Abdomens (Abwehrspannung, Druckschmerz?). Pupillenkontrolle. Befundung des Rachenzustandes (Wichtig bei der Intubation). Rekap-Zeit-Kontrolle.
    • Falls nicht geschehen, sollte das Gewicht und die Größe ermittelt werden.

    Mit diesen ermittelten Informationen und Befundungen wird dann das Präoperative Risiko ermittelt und in die Anordnung geschrieben.